Vorurteile gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr



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Vorurteil 1:

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren „trinken gerne mal einen über den Durst“.
Sie kennen den Satz „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“? Diese Redensart gilt vor allem für die Freiwilligen Feuerwehren. Denn wer ständig einsatzbereit ist, darf seine Mitgliedschaft und die Sicherheit der Bevölkerung durch Alkoholkonsum nicht aufs Spiel setzen. Für Führungskräfte gibt es dazu klare Spielregeln.

Vorurteil 2:

Die Freiwilligen Feuerwehren sind eine „geschlossene Gesellschaft“ – für Außenstehende ist es unmöglich, dort Anschluss zu finden.
Es mag sein, dass dieser Eindruck entsteht, da viele Mitglieder bereits seit ihrer Kindheit oder der Jugendfeuerwehr dabei sind und die Teams wie eine eingeschworene Gemeinschaft wirken. Dennoch sollen auch die Freiwilligen Feuerwehren einen Querschnitt der Bevölkerung abbilden und sich entsprechend für neue Mitglieder und Zielgruppen öffnen. Der beste Beweis dafür? Die Kampagne „Für mich. Für alle.“ mit dem ganz klaren Ziel, neue Mitglieder aus allen Bevölkerungsschichten zu gewinnen.

Vorurteil 3:

Die Freiwillige Feuerwehr akzeptiert nur Deutsche als Mitglieder.
Was richtig ist: Im aktiven Einsatzdienst ist es wichtig, dass alle die deutsche Sprache beherrschen, damit wir sicher kommunizieren können. Das vorausgesetzt stehen wir Menschen mit Migrationshintergrund genau so aufgeschlossen gegenüber wie allen anderen auch, denn sie können die Kultur der Freiwilligen Feuerwehren bereichern. Und manchmal ist es auch so, dass man gerade durch das Miteinander die Sprache besser erlernt.

Vorurteil 4:

Frauen haben es schwer bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Was stimmt: mit ca. 6% ist der Frauenanteil bei den Freiwilligen Feuerwehren viel zu niedrig. Und eben genau deshalb wollen wir mehr Frauen im Einsatz sehen. Und eben genau deshalb ermuntern wir alle Freiwilligen Feuerwehren, Rahmenbedingungen zu schaffen, um das Ehrenamt auch für Frauen attraktiv zu machen (z.B. durch getrennte Räumlichkeiten und Umkleiden, vermehrte Kinderbetreuung).

Vorurteil 5:

Die Entscheidung für die Freiwillige Feuerwehr ist eine „Entscheidung fürs Leben“.
Das hoffen wir natürlich. Dennoch ist das „Leben das, was passiert, während man gerade andere Pläne macht.“ Insofern wissen wir, dass Familie, Umzug, Beruf oder Krankheit einem einen Strich durch die Rechnung machen können. Deswegen stehen wir Auszeiten, geänderten Einsatzzeiten oder anderen flexiblen Modellen jederzeit offen gegenüber.

Vorurteil 6:

Als Mitglied der Feuerwehr opfert man seine gesamte Freizeit und seinen Urlaub, da man rund um die Uhr erreichbar sein muss.
Diese Annahme wäre ja furchtbar! Selbstverständlich berücksichtigt die Einsatzplanung berufliche und private Rahmenbedingungen wie z.B. Urlaub. Und wir freuen uns über gut erholte Kameraden/-innen - die übrigens auch oftmals noch weiteren Hobbies nachgehen.

Vorurteil 7:

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren sehen überdurchschnittlich oft schlimme Dinge.
Ja, Bilder von verletzten oder verstorbenen Menschen und schlimmen Unfällen gehören tatsächlich zum Feuerwehrdienst dazu. Aber deutlich seltener als man so meint und die Vorbereitung auf so etwas gehört natürlich zur Ausbildung dazu. Außerdem sind im Einsatz nicht alle Feuerwehrleute in der ersten Reihe. Es gibt viele Tätigkeiten an der Einsatzstelle, an denen einem solche Anblicke erspart bleiben. Wenn man doch einmal einen schlimmen Einsatz mit sich herum trägt, wird man in der Gemeinschaft aufgefangen und kann auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Vorurteil 8:

Ich riskiere meinen Arbeitsplatz, wenn ich mich ehrenamtlich engagiere.
Der Gesetzgeber hat klare Regeln und Vorgaben definiert, was die Freistellung für ein Ehrenamt angeht. Berufliche Tätigkeit und ehrenamtliches Engagement müssen aber in jedem Einzelfall miteinander abgestimmt werden. Dabei ist es wichtig, den Arbeitgeber über seine ehrenamtliche Tätigkeit zu informieren und zu versuchen, ihn von den Vorteilen, Freiwillige Feuerwehrleute in der Belegschaft zu haben, zu überzeugen.

Vorurteil 9:

Homosexualität ist ein Tabuthema bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Homosexualität ist bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr oder weniger Tabuthema als in anderen Bereichen der Gesellschaft (z.B. in Sportvereinen). Uns ist bewusst, dass auch wir noch ein Stück des Weges gehen müssen, aber am Ende des Tages gilt auch hier: wir wollen Vielfalt, wir wollen neue Zielgruppen ansprechen und als Mitglieder gewinnen, wir wollen den Querschnitt unserer Bevölkerung bestmöglich repräsentieren. Und wir wollen unsere Kultur so weiterentwickeln, dass dieses Vorurteil gänzlich von der Bildfläche verschwindet. Sollte es auf dem Weg dorthin Probleme geben, steht der VdF NRW auch gerne beratend zur Seite.